FAQ

Was ist Root?

Ein Android-Gerät zu rooten oder Rootzugang zu erlangen bedeutet, das Betriebssystem dahingehend zu modifizieren, um komplette Kontrolle darüber zu erlangen. Somit lassen sich Beschränkungen, die der jeweilige Hersteller oder Mobilfunkanbieter auf dem Gerät eingebaut haben, umgehen. Hierzu zählen beispielsweise vorinstalliere Apps, Spiele etc. Der Begriff Root kommt vom Open Source-Betriebssystem Linux, auf dem auch Android basiert. Root ist mit dem Administrator auf Windows-Rechnern vergleichbar – der Nutzer, der alle Privilegien auf dem System besitzt, wird unter Linux Root genannt. Nun möchte ich noch ein beliebtes Missverständnis aus dem Weg räumen: Rooten ist nicht mit der Installation einer Custom ROM gleichzusetzen – dabei handelt es sich um eine modifizierte Variante des Betriebssystems; das auf dem Gerät befindliche OS wird durch den Root-Vorgang nicht verändert oder gelöscht.

Vorteile von Root

  • 1. Volle Kontrolle über Android

    Nachdem ein Android-Gerät gerootet ist, kann man nicht nur dessen Boot Image austauschen, sondern auch dessen Systemdateien verändert sowie lästige System-Apps oder Anwendungen, die der Gerätehersteller netterweise integriert hat deinstallieren.

  • 2. App-Daten und das komplette System sichern

    Mit Titanium Backup oder Rom Toolbox, zwei App-basierten Backup-Lösung, lassen sich nicht nur System-Apps einfrieren oder gar deinstallieren, man kann natürlich auch die installierten Apps mitsamt Daten sichern. Diese können entweder auf der SD-Karte des Gerätes abgelegt werden, oder bei diversen Cloud-Speicherdienste wie Box oder Dropbox zwischengelagert werden. Zwar gibt es auch für nicht-gerootete Geräte mit Helium (vormals Carbon) die Möglichkeit die App-Daten zu sichern, allerdings ist die App nicht annähernd so umfangreich und flexibel auf die Nutzerwünsche einstellbar, wie Titanium Backup oder Rom Toolbox.
    Ein NAND Backup bezeichnet eine Art der Datensicherung, bei der ein Abbild des kompletten Systems erstellt wird. Dies ist sicherlich eine der sinnvollsten Funktionen, die unter Android durch Root ermöglicht werden. Somit ist es zum Beispiel möglich Custom ROMs auszuprobieren und immer wieder zum vorherigen System zurückkehren zu können. Um ein Nandroid Backup zu erstellen, wird allerdings ein Custom Recovery, wie zum Beispiel das ClockworkMod Recovery, benötigt. Es gibt viele Wege auf denen sich solch ein Custom Recovery installiert werden kann – die einfachste und vor allem für die meisten Geräte universell gültige Methode dürfte dabei allerdings die App ROM Manager darstellen. Nach der Installation der App und dem Gewähren der Superuser-Rechte muss das gewünschte Recovery ausgewählt und installiert werden, was im ROM Manager gleich die erste Option erledigt. Danach kann man entweder direkt über den ROM Manager Backups erstellen oder widerherstellen, oder man bootet das Gerät direkt ins Recovery und führt die Schritte manuell aus.

  • 3. Flashen von Custom ROM’s

    Custom ROMs sind modifizierte oder komplett selbst kompilierte Android-Versionen, die den Funktionsumfang des Gerätes drastisch erhöhen können. Ein Custom ROM geht weit über einfache Veränderungen hinaus und kann einem Gerät ein komplett neuen Look verpassen und dafür sorgen, dass es sich wie ein neues Gerät anfühlt – zumindest Software-seitig. Da es für jedes Gerät eine schiere Flut verschiedener Custom ROMs gibt, bleibt uns aufgrund von Platzmangel auch an dieser Stelle wieder nur der Verweis auf die Google Suche übrig. Bevor man ein neues Betriebssystem installiert, was entweder über den ROM Manager oder für erfahrenere Nutzer auch über Custom Recoverys geschieht, sollte man natürlich ein Nandroid Backup anlegen um jederzeit wieder zur Ausgangssituation zurückkehren zu können.

  • 4. Kernel, Schnelligkeit und Akkuleistung

    Es sind viele Custom ROM’s und Apps verfügbar mit denen sich die Performance (Schnelligkeit) eines Geräts stark steigern lässt. Das gleiche gilt für die Akkulaufzeit. Viele Entwickler frisieren die Kernel (ermöglicht die Kommunikation zwischen der Hardware und Software) um die Performance und Akkuleistung zu steigern und noch mehr Features hinzuzufügen.

  • 5. Platz Sparen

    Mit Apps wie “Link2SD” oder “GL to SD” können Sie komplette apps (inkl. Daten) von ihrem internen Speicher auf den externen Speicher (SD Karte) auslagern. Dies ist vor allem bei Geräten mit kleinem Internen Speicher sehr nützlich.


Nachteile von Root

    1. Keine OTA Updates mehr

    Manche Geräte erhalten keine OTA (Over The Air) Updates mehr.
    In manchen Fällen reicht es einen unroot durchzuführen um wieder OTA Updates zu empfangen. Danach muss man einfach sein Gerät nochmals rooten.
    Es ist meist aber auch möglich neue Android Versionen mit dem PC auf das Gerät zu flashen.

    2. Es Könnte die Garantie erlischen (Regionenabhängig)

    Bitte schauen sie was für ihr Land gilt. Sollte die Garantie beim rooten verloren gehen ist es in den meisten Fällen durch simples unrooten die Garantie wiederzuerlangen. Für fast alle Samsung Geräte muss zuvor noch der Flashcounter zurückgesetzt werden. Sollten Sie ihren Bootloader entsperrt haben (Nexus Geräte etc.) müssen Sie diesen nach dem unroot wieder sperren. Das ist alles recht simpel und eine Sache von wenigen Minuten.

    3. Bricking

    Es besteht die potenitelle Gefahr ihr Gerät zu “bricken”. “Bricking” bedeutet, dass ihre software auf dem Gerät so Beschädigt wird, dass es nicht mehr funktioniert und man es nur noch als teuren Briefbeschwerer benutzen kann, da es so nutzlos ist wie ein Backstein (Brick). In solch einem Fall erlischt die Garantie 100%ig! Wenn sie der Anleitung hier aber Schritt für Schritt folgen sollte der Fall nicht eintreten, aber nochmals: Ich bin nicht verantwortlich für Schäden die direkt oder indirekt durch eine Root-Anleitung entstehen.

    4. Sicherheit

    Man sollte nicht irgendwelchen Apps von dubiosen Seiten root (superuser) Rechte geben. Sind diese einmal erteilt kann die App im Hintergrund machen was sie will ohne dass man das mitbekommt. Installieren Sie also am besten nur Apps vom PlayStore. Eine Anti-Virus App könnte auch helfen.

Was ist ein Bootloader?

Im wörtlichen Sinne ist der Bootloader ein Code, der ausgeführt wird, bevor das Betriebssystem hochgefahren wird. Der Bootloader beinhaltet grundsätzlich die Anweisungen, um den Kernel zu booten. Der Bootloader startet also vor jeder anderen Software auf Ihrem Gerät. Dies macht es zu einer extrem spezifischen Angelegeheit, die vom Prozessor und dem Motherboard abhängt. Daher hat jedes Android-Handy seinen eigenen Bootloader.

Warum ist er gesperrt?

Ein Bootloader ist in der Regel auf einem Android-Gerät gesperrt, denn obwohl es sich um ein Open-Source Betriebssystem handelt, wollen die Hersteller trotzdem, dass man bei ihrer Android OS-Version bleibt, die speziell für das Gerät konzipiert wurde. Um dies umzusetzen, sperren die Hersteller den Bootloader. Mit einem gesperrten Bootloader auf Android-Geräten, ist es praktisch unmöglich, eine benutzerdefinierte (custom) ROM zu flashen oder manch andere Änderungen am System vorzunehmen.

Warum sollte ich ihn entsperren?

Die Erklärung auf diese Frage ist ganz einfach. Wenn Sie Root-Zugriff wollen und in der Root-Anleitung steht sie müssen hierfür den Bootloader ensteperren, so gibt es derzeit keine andere Möglichkeit. Sie können auch direkt eine “post-root” custom ROM flashen, diese ROMs sind bereits gerootet. Um es in einfachen Worten zu sagen: Das Entsperren des Bootloaders ermöglicht Ihnen, benutzerdefinierte Firmware auf Ihrem Android-Handy zu installieren oder andere Veränderungen durchzuführen.
Achtung: Das Entsperren Ihres Bootloader könnte die Garantie beeinträchtigen. Es löscht (formatiert) auch ihren kompletten internen Speicher, einschließlich Anwendungen, Kontakte, SMS, MMS-Nachrichten usw.

Was ist ein Recovery?

Ein Recovery ist eine kleine Umgebung die getrennt von Android läuft, die es ermöglicht Updates zu installieren und die Fähigkeit hat einen Werksreset durchzuführen. Der Hauptzweck der Recovery ist es allerdings, ein Android-Gerät zurückzusetzen, wenn es unmöglich ist Android selbst zu booten.

Was ist ein Custom Recovery?

Ein Custom Revocery hat die gleichen Aufgaben wie das Stock(Standard)-Recovery jedoch besitzt es einige Zusatz-Funktionen wie die Fähigkeit, vollständige System-Backups zu erstellen sowie das Flashen benutzerdefinierter ROMs zu machen. Jeder mit einem entsperrten Bootloader kann ein Custom Recovery installieren. Die 2 wichtigsten benutzerdefinierten Recoverys sind: ClockworkMod (CWM) und TeamWin Recovery Project (TWRP).


Quelle: AndroidMag